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Dat Fondü!          (Hier geht es zur Fassung in Hochdeutsch )

Disse Geschichte, leiwe Frünne hört sick lögenhaftig an, ober se is wahrhaftig passiert. Awwespeelt hat se sick in üsen Dörpe. De Nomen von de Lüe, de de Hauptrulle in düsse Geschichte speelt, will ick nich verraen. Ick nenn se mal Opa un Oma, denn dat weern se ja uck.

An üsen Dorpranne herrn sick de beiden son lüttjet Stücke Land ekoft. Do stünnt sone ule Bredderbüde uppe, un de herr Opa in all den Johren um- un annebüet. Un mit de Tied herr hei do son richtig smukke un gemütliche Villa tarechteklütert. Taun Schluß herr Opa denn uck noch for son betten Komfor esorget. De Pumpe kam von butten na innen, un vor de Hüsdör sette hei nen groten Windfang. Den her hei extra so groote maket, damit hei do uck nochen Lokus unnerkreig. Domidde herr dat uck en Enne mit de Brummerhochtied in Sommer. Un Winterdags brüke sick keener mehr wat aff tau freisen.

Weil Oma un de Gardinen dat smöken nich verdrogen können, herr Opa sick dat Lokus gemütlich innricht. Hei herr et tapeziert un an de Wand hänge dat Hochtiedsbild von de beiden. Taun Lokus segg hei immer: "Dat is mien Paradies." Un da smök hei denn ok siene Piepe un lees de Pansche Allgemeine dabiee.

Oma un Opa eere Kinner wohnt uk im Dörpe un beseuken de beide aff un tau un vertellen öhne oftmals von den nieesten Stand von de Technik, un wat se sick alles anneschaffet herrn.

Mol vertellen se von eeren "Fondü-Apperat", den se sick ekofft herrn. Se swoigen davon in den höchsten Tönen, wie schön dat weer un wie gemütlich. Dat man den ganzen Obend davor sitten könne, sick wat vertellen un en Glas Wien oder ne Flasche Bier dotau drinken könne. So herren se de ulen Lüe nieschierig emoket, un tau Wienachten 1oten sei sick so'n Ding schenken. Sei herren allet middebrocht, den Pott, den Dreibock, de Spritlampe, Teller, Gobels, Fett, Sprit und sogoor ne Flasche Wien. Bevor sei gingen, herrn sei eeren Öldern genau verkloort, wie de Sache funxionieren dä.

Nun wollen Oma un Opa dat stantepee ütprobiern. Sau krieg de Karpen, de noch inne Bohewanne swimmen dä, noch een Dag Gnadenfrist. Opa fung an un mooket den Apparat klar. Hei fülle de Spritlampe up, un dä dat Fett in den Pott, Oma decke deen Disch un mooke de Flasche Wien up. De beiden Ulen herrn sick dat so richtig gemütliche mooket. Un dat ging ja nü uk alles ganz güt, bit Opa sick mool son betten stoffelig anstellen dä. Öhn was en Stücke Fleisch von de Gobel fallen un in dat Fett rin. Hei angel un angel un kreig dat goore Fleisch nich tau footen. Do leg hei de Gobel üt de Hand un lang mit de Finger in dat Fett.

Na da was wat los, Opa rohre up, reit mit de Hand den Pott vom Dreibock, un jaule wie so'n verliebten Kooter, den sine Brüt üteneiet is. Hei danze up einen Bein dor de Stüve, wi Kinner op de Strote bien Hinkepott.

Mit dä Gemütlichkeit her dat ja nün ein Enne. Opa reit de Hüsdöör up, un aff ging dat no'n Doktor.
Wie Opa nü wegwas, mooke Oma erstmool Inventür: Vom Disch was de Politür in Ammer, de Dischdecke, de Stauhl un de Teppich werrn fuller Fettplecken. Ein Glücke, dat dat Öl kein Füer fungen herr. Süs was vielleicht noch de ganze Klabache affebrennt.

Von Fondü herr Oma de Neese bit bobenhenn full, un so kippe se dat heite Fett mitsamt dem Fleisch un den Sprit in dat Lokus. Grode als se fertig was un sick ein betjen verpüsten woll, keim Opa na Hüs. De ganze Hand herrn se ne verbunnen un gegen de Weidag herr hei ne Spritze kregen.

De Schreck was Opa woll so'n betchen up den Moogen ne slooen, denn hei möste üte Böxe. Hei herr'n Barg Last domidde de Böxe dool tau trecken. Ober hei kreig dat taurechte. Denn fummele hei mit siene heile Poote sien Smöktieg üt de Tasche. Mit de Piepe twischen den Teenen, den Tabaksbüel twischen de Beine un de Strieksticken under den Arm kreig hei sien Knösel taun dampen. Denn smiet hei dat brennende Strieksticken twischen sinen Beinen an den Spossmoker vorbie in dat Lokusbecken.

Rumms sä dat, un eine Stichflamme schoot üt den Becken rüt un versenge Opa den Achtersteven un noch wat mehr. Opa brülle as wenn hei affesteeken wer. Hei sprung hoch von sien Thron un rüt üt de Döör. Sien Hemdsnippel brenne lichterloh. Oma sag de Bescherunge, grapsch sick den nächsten Ammer full Woter un swupp kreig Opa tein Liter Woter vorn Mors. Nü sag sien Achtersteven so schier üt, wien affebrennten Antschenmors. De Doktor schicke ehn in't Krankenhüs un do het sei öhne sien Fohrgestell so beplostert, datt hei 14 Dooge sick nich bücken könne. De meiste Tied leig hei upen Büüke un dachte dorober no, wieso dat Lokusbecken explodieren könne. Später herr Oma ehm allet vertellt, un de Fondü-Apparat staht nü up'n Spitzbodden un ward uld.

Ebrüket hett de Beiden den nie wäer.



Das Fondue!

Diese Geschichte, liebe Freunde hört sich gelogen an, ober sie ist wahrhaftig passiert. Abgespielt hat sie sich in unserm Dorfe. Die Namen von den Leuten, die die Hauptrolle in dieser Geschichte spielen, will ich nicht verraten. Ich nenne sie mal Opa und Oma, denn das waren sie ja auch.

An unserm Dorfrand hatten sich die beiden ein kleines Stück Land gekauft. Da stand so eine alte Bretterbude drauf, und die hatte Opa in all den Jahren um- und angebaut. Und mit der Zeit hatte er da so eine richtig schmucke und gemütliche Villa zurecht gezimmert. Zum Schluß hatte Opa dann auch noch für ein bißchen Komfort gesorgt. Die Pumpe kam von außen nach innen, und vor der Haustür setzte er einen großen Windfang. Den hatte er extra so groß gemacht, damit er da auch noch eine Toilette unterkriegte. Damit hatte das auch ein Ende mit der Brummerhochzeit im Sommer. Und Wintertags brauchte sich keiner mehr was abzufrieren.

Weil Oma und die Gardinen das Rauchen nicht vertragen konnten, hatte Opa sich die Toilette gemütlich eingerichtet. Er hatte sie tapeziert und an der Wand hing das Hochzeitsbild von den beiden. Zur Toilette sagte er immer: „Das ist mein Paradies.“ Und da rauchte er dann auch seine Pfeife und las die Zeitung dabei.

Oma und Opa ihre Kinder wohnten auch im Dorfe und besuchten die beiden ab und zu und erzählten ihnen oftmals von dem neuesten Stand der Technik, und was sie sich alles angeschafft hatten.

Einmal erzählten sie von einem "Fondue-Apparat", den sie sich gekauft hatten. Sie schwärmten davon in den höchsten Tönen, wie schön das war und wie gemütlich. Das man den ganzen Abend davor sitzen könne, sich was erzählen und ein Glas Wein oder eine Flasche Bier dazu trinken könnte. So hatten sie die alten Leute neugierig gemacht, und zu Weihnachten 1ießen sie sich so ein Ding schenken. Sie hatten alles mitgebracht, den Topf, den Rechaud, den Spiritusbrenner, Teller, Gabeln, Fett, Spiritus und sogar eine Flasche Wien. Bevor sie gingen, hatten sie ihren Eltern genau erklärt, wie die Sache funktioniert.

Nun wollten Oma und Opa dieses sofort ausprobieren. So bekam der Karpfen, der noch in der Badewanne schwamm, noch einen Tag Gnadenfrist. Opa fing an und machte den Apparat klar. Er füllte den Spiritusbrenner auf, und tat das Fett in den Topf, Oma deckte den Tisch und machte die Flasche Wein auf. Die beiden Alten hatten sich das so richtig gemütlich gemacht. Und das ging ja nu auch alles ganz gut, bis Opa sich mal so ein bißchen stoffelig anstellte. Ihm war ein Stück Fleisch von der Gabel gefallen und in das Fett rein. Er angelte und angelte und kriegte das gare Fleisch nicht zu fassen. Da legte er die Gabel aus der Hand und langte mit den Fingern in das Fett.

Da war was los, Opa schrie auf, riß mit der Hand den Topf vom Rechaud, und jaulte wie so ein verliebter Kater, dem seine Braut abgehauen ist. Er tanzte auf einem Bein durch die Stube, wie Kinder auf der Straße beim Huckekasten.

Mit der Gemütlichkeit hatte das ja nun ein Ende. Opa riß die Haustür auf, und ab ging das zum Doktor.
Wie Opa nun weg war, machte Oma erst einmal Inventur: Vom Tisch war die Politur im Eimer, die Tischdecke, der Stuhl und der Teppich waren voller Fettflecken. Ein Glück, dass das Öl kein Feuer gefangen hatte. Sonst wer vielleicht noch die ganze Klabache abgebrannt.

Vom Fondue hatte Oma die Nase bis obenhin voll, und so kippte sie das heiße Fett mitsamt dem Fleisch und dem Spiritus in die Toilette. Gerade als sie fertig war und sich ein bißchen verpusten wollte, kam Opa nach Haus. Die ganze Hand hatten sie ihm verbunden und gegen die Schmerzen hatte er eine Spritze bekommen.

Der Schreck war Opa wohl so ein bißchen auf den Magen geschlagen, denn er mußte aus der Hose. Er hatte große Schwierigkeiten damit die Hose herunterzuziehen. Aber er kriegte das zurecht. Dann fummelte er mit seiner heilen Hand seinen Paffkram aus der Tasche. Mit der Pfeife zwischen den Zähnen, den Tabaksbeutel zwischen den Beinen und die Streichhölzer unter dem Arm kriegte er sein Knösel zum dampfen. Dann warf er das brennende Streichholz zwischen seinen Beinen an dem Spaßmacher vorbei in das Toilettenbecken.

Rumms machte das, und eine Stichflamme schoß aus dem Becken heraus und versengte Opa den Achtersteven und noch was mehr. Opa brüllte als wenn er abgestochen würde. Er sprang hoch von seinem Thron und raus aus der Tür. Sein Hemdszipfel brannte lichterloh. Oma sah die Bescherung, griff sich den nächsten Eimer voll Wasser und schwupps kriegte Opa zehn Liter Wasser vor den Allerwertesten. Nun sah sein Achtersteven so blank aus, wie ein abgebrannter Entenhintern. Der Doktor schickte ihn ins Krankenhaus und da haben sie ihm sein Fahrgestell so bepflastert, daß er 14 Tage sich nicht bücken konnte. Die meiste Zeit lag er auf dem Bauch und dachte darüber nach, wieso das Toilettenbecken explodieren konnte. Später hat Oma ihm alles erzählt, und der Fondue-Apparat steht nun auf dem Spitzboden und wird alt.

Gebraucht haben die Beiden den nie wieder.




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