Zurueck
 

   

Montag, 02.02.2004

Am 02.02.2004 brechen wir, eine Gruppe aus Edemissen mit Hermann Klages, Peter Rentz, Heike Deicke, Andreas Redecke, Frank Samzow, Sören Stolte, Dirk Richter, Torsten Konopatzki und Adrian Weiß in unserem Hotel in  Moshi auf. Gerd Mühling aus Frankfurt hat sich unserer Gruppe angeschlossen. Es ist stark bewölkt und leichte Regenschauer ziehen durch. Um 9:00 Uhr werden wir mit Bussen abgeholt und zum Startpunkt am Machame-Gate gebracht. Die Busse werden vollgepackt bis unters Dach. Ein Wahnsinn, dass wir da überhaupt noch mitfahren sollen. Die gesamte Gruppe wird noch im ersten Bus untergebracht. Bis auf Gerd, er ist in dem Zweiten. Wir machen einen kurzen Stopp bei Zara-Tours, dort stellen sich die Guides den Wanderern vor. Unser Guide ist Sharif. Er begrüßt uns kurz, fragt ob wir Matten für die Zelte benötigen und ist dann auch schon wieder verschwunden. Nach ca. einer Stunde Busfahrt erreichen wir den Startpunkt auf 1.800 Meter Höhe. Es ist merklich kühler geworden, so dass wir uns schon etwas wärmere Sachen anziehen. Kurz nach unserer Ankunft stehen wir noch etwas unbeholfen herum und warten auf unseren Führer Sharif, der nirgends zu sehen ist. Ein riesiges Treiben vor unseren Augen. Rucksäcke, Seesäcke, Tische, Kochsachen, Ausrüstung usw. werden herumgetragen und gewogen, da jeder Träger nur max. 20 kg tragen darf. Alles das beobachten wir gespannt. Aber wir werden auch beobachtet. Außerhalb des eingezäunten Bereiches, in dem wir uns befinden, stehen viele Einwohner dieser Region, die uns allerhand verkaufen wollen. Die Einwohner dürfen den Bereich nicht betreten. Einige schleichen sich jedoch hinein und wollen sich als Träger anbieten oder Souvenirs verkaufen. Als sie erwischt werden müssen sie in der Hocke hüpfend das Gelände verlassen. Wir haben uns als Gruppe im ersten Augenblick amüsiert und dachten, hier wird für Olympia trainiert. Jedoch merken wir schnell was hier los war. Bevor wir uns auf den Weg machen können, müssen wir uns noch bei der Nationalparkverwaltung registrieren. Passnummer, Name, Berufsstand usw. tragen wir ein. Langsam bekommen wir Hunger. Wir erkundigen uns nach unserem Lunch-Paket, welches uns im Hotel versprochen wurde. Jedoch warten wir vergeblich auf unsere Lunch-Pakete und starten mit einem leichten Hungergefühl. Um 12:00 Uhr geht es dann endlich los! Zu unserer Gruppe gesellt sich noch Delia hinzu, die uns die nächsten beiden Tage begleiten wird und dann mit Ihrem Guide den weiteren Aufstieg über die Western-Breach machen will. Delia ist gebürtig aus Rumänien und arbeitet jetzt in New York. Wir gehen auf einem gut befestigten Trail durch schönen Regenwald. Der Weg ist besser als wir erwartet haben und von den in den meisten Reiseführern beschriebenen schlammigen Pfaden sehen wir nur noch Reste. Der Trail ist jetzt bis zum Machame-Camp ausgebaut. Wir sehen Affen in den Bäumen, riesige Farne, Gräser und Wasserfälle. Die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch. Um 16:00 Uhr ist es dann endlich so weit. Unser Mittagessen ist auf einem Baumstamm zubereitet. Es gibt gebrannte Erdnüsse, Obst, Chicken-Wings, etwas Gebäck und einen unwahrscheinlich süßen Saft. Wir sind sehr froh, dass wir nun etwas im Magen haben. Dann geht es weiter durch den dichten Urwald. Doch langsam lichtet sich das Dickicht. Um 18:00 Uhr nach insgesamt ca. 9 km erreichen wir Machame Camp und unsere Zelte sind bereits aufgebaut. Jedes Team sucht sich ein passendes Zelt. Unser Camp liegt ca. auf 3.000 Meter Höhe. Es ist eine Heide- und Farnlandschaft von der wir umgeben sind. Bei unserer Ankunft haben einige ein ganz leichtes Druckgefühl im Kopf, was sich bei den meisten innerhalb einiger Minuten verflüchtigt. Außer unser Kono, der gleich am ersten Tag erlebt, wie sich die Höhenkrankheit bemerkbar macht. Nachdem jedes Team das Zelt eingeräumt und die Sachen für die Nacht aus dem Seesack geholt hat, treffen wir uns im Mannschaftszelt und unterhalten uns über die erste Etappe. Unglaublich, dass unser Seesack den Weg zu uns zurückgefunden hat. Einige besuchen die super Toilette aus Holz, die immer einen „Zuhälter“ benötigt, damit die Tür sich nicht von selbst öffnet. Um 19:30 Uhr dann endlich unser Abendessen. Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Erst etwas zu Trinken, Kaffee, Kakao, Tee und Popkorn. Danach serviert Mike (unser Koch) frisches Obst. Ananas, Papaya und Melone. Damit aber noch nicht genug. Als Hauptmahlzeit gibt es Kartoffeln mit gekochtem Gemüse mit Fleisch und einer Tomatensoße. Auch ein Nachtisch wird uns serviert. Gebackene Bananen. Wir sind voll auf zufrieden. Kono haben wir etwas zu Essen ins Zelt gebracht. Denn etwas essen ist unwahrscheinlich wichtig, um gestärkt morgen weiter zu machen. Kurz darauf kommt Kono zum Mannschaftszelt und teilt uns mit, dass er morgen die Tour abbrechen wird, wenn sein Zustand so bleiben sollte. Wir sind alle geschockt und denken, so ein Mist, gleich im ersten Camp so eine Situation. Wir als Gruppe bauen Kono auf. Ermutigen ihn, sich erst einmal schlafen zu legen und morgen weiter zu sehen. Auch Sharif geht zu Kono und fragt nach seinem Befinden. Sharif sagt, die Symptome sind normal. Morgen geht das wieder. Die Entscheidung, ob ein Gruppenmitglied die Tour abbricht oder nicht liegt bei ihm ganz allein. Als wir endlich das Mannschaftszelt verlassen, beobachten wir wie die Träger nach und nach ins Zelt kommen und sich über die Reste hermachen und dann dort übernachten. Es ist etwa 21:00 Uhr und es ist Ruhe im Camp eingekehrt.

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